Kontinuierliche Innovation und kontinuierliches Lernen

Am vergangenen Freitag durfte ich einen kurzen Vortrag auf unserem Forum Personaler und Vorstände halten. Wir alle fragen uns, welche Zukunft wir wohl gestalten können und welche ersten Schritte wir heute gehen müssen, um uns und unsere Organisationen entsprechend zu verändern. Unser Leben – so meine These – wird von kontinuierlicher Innovation und kontinuierlichem Lernen geprägt werden. Da ist Agilität ein wichtiger erster Schritt. Aber reicht die Agilität des agilen Manifestes aus dem Jahr 2001 in Zeiten von Microservices, DevOps, dem Trend zum Kleinen und dem immer dynamischeren und unkalkulierbarem Wettbewerbsumfeld überhaupt noch aus? Der Vortrag beschreibt, warum sich Arbeit verändern muss, zeigt einige Formate und Angebote von ADG Innovation und wagt einen kurzen Ausblick.

Agiles Arbeiten

Sie gelten als die effiziente Lösung, um menschliche Probleme zu lösen. Im Industriezeitalter war hierarchische  Arbeitsteiligkeit in Organisationen und Institutionen das Mittel der Wahl.

Im durch Exponentialität und Komplexität geprägten digitalen Zeitalter, gibt es immer weniger Zeit für Planung, Planungsgremien oder Strukturen.

Amazon veröffentlicht alle 11,7 Sekunden ein neues Software Release. 50 bis 100 Software Releases pro Tag sind inzwischen bei den meisten digitalen Unternehmen normal.

Wie kann man also die Wertschöpfung für Kunden – und das ist ja letztendlich der einzige Grund, warum es Unternehmen gibt und warum sie bleiben oder gehen – in minimalen Zeiträumen erbringen.

Die Lösungen, die wir hierfür gefunden haben, subsumieren wir unter dem Begriff Agilität. Wir verstehen unter Agilität das Ziel: proaktiv neue Wege zu gehen. Agilität müsste eigentlich Adaptabilität heißen und führt zu Resilienz.

Agiles Arbeiten ist jedoch nur in komplexen Umfeldern sinnvoll, löst also nicht jedes Problem. Nachdenken bleibt erforderlich.

 

Unsere agilen Formate

Das GENObarcamp, der GENOhackathon, die Innovationswerkstatt und auch das GENOlab sind agile Formate, die aufeinander aufbauen, die darüber hinaus aber unterschiedliche Haltungen und  Kompetenzen erfordern und vermitteln, die in jedem Unternehmen vorhanden sein müssen und zwar nicht nur am Rande, sondern bei allen Mitarbeitern.

Das GENObarcamp ist die genossenschaftliche Version einer Veranstaltung ohne Agenda und ohne Hierarchie. Die Teilnehmer bewegen sich innerhalb von definierten Leitplanken. Innerhalb von einem oder auch zwei Tagen wird über gemeinsame Themen diskutiert oder an gemeinsamen Fragestellungen gearbeitet. Es werden also Probleme gelöst.

 

Wertschöpfung für Kunden

Der GENOhackathon ist aus dem GENObarcamp entstanden. Auch  in einem Hackathon treffen sich Menschen – in unserem Fall Mitarbeiter von  Genossenschaftsbanken, der Fiducia IT AG und der DZ Bank – die unterstützt von Coaches aus Ideen – die sie selber mitbringen- in selbst organisierten Teams lauffähige digitale Prototypen entwickeln, die nach 2, 5 Tagen einer Jury vorgestellt und prämiert werden. Die Inhalte sind u.a. Ideen Pitch, Ideen Auswahl. Team Building, Entwicklung von Prototyp und Geschäftsmodell, Pitch Vorbereitung und Jury Pitch. Alle Teams verfolgen das Ziel Wertschöpfung für Kunden zu betreiben, arbeiten also extrem kundenzentriert.

Die Innovationswerkstatt folgt dem GENOHackathon und ist übrigens ein Format, welches die ADG auch direkt mit Banken und Genossenschaften – durchführt. Sie verfolgt ähnliche Intentionen und ist ähnlich aufgebaut wie der GENOHackathon, bezieht den Kunden, seine Wünsche und Bedürfnisse aber direkt in das Format ein. Prinzipiell arbeiten die Teams wie ein Startup, fokussieren sich dabei in dem Format vor allem auf Kunde, Wertversprechen und Geschäftsmodell.

Gearbeitet wird mit verschiedenen Innovationsmethoden nach dem Prinzip „Build, Measure, Learn“. Das Ziel ist es also „Zwischen Lösungen“ sofort zum Kunden zu bringen, zu testen und daraus zu lernen. Es geht also auch hier darum Wertschöpfung in minimalen Zyklen zu erzeugen.

 

Kontinuierliches Experimentieren

Schließlich ist das GENOlab als neueste Erweiterung der Innovations-Kooperation zwischen ADG, DZ Bank AG und Fiducia GAD IT AG – ein auf 12 Wochen Länge angelegtes Accelerator Programm -in welchem ein Siegerteam des GENOhackathons, welches nach erfolgreichem Durchlauf der Innovationswerkstatt und Auswahl durch das Betreiberteam, wiederum selbst organisiert und unterstützt durch Innovationscoaches in 12 Wochen iterativ testet, ob ein relevantes Problem, eine von Kunden gewünschte Lösung und ein skalierbarer Markt gefunden wurde.

Gearbeitet wird auch hier mit sogenannten Lean Startup Prinzipien und agilen Methoden.  Aktuell befindet sich das Team „Dein Nachlass“ im GENOlab, welches an einem rechtssicheren digitalen Testament arbeitet.

 

Die Zukunft von Arbeit und Organisation

Sie haben also nun einige Formate und neue Arbeitsweisen kennen gelernt, die sie auch in Ihrem Haus einsetzen können und die uns darüber hinaus zeigen, wie die Zukunft der Arbeit und Organisation aussehen wird.

Angesichts der immer wichtiger werdenden Fähigkeit zur kontinuierlichen Innovation, bleibt insbesondere die Frage, ob es uns gelingen kann den Unternehmensalltag in Hackathon Manier zu gestalten, um damit Wertschöpfung für Kunden und Prinzipien des Build, Measure, Learn auf einen minimalen Zeitraum, sagen wir 2 Tage zu reduzieren, denn die Agilität des agilen Manifestes greift inzwischen zu kurz.

Methoden sind letztendlich nur ein Mittel zum Zweck. Der Zweck ist es: Wert für Kunden zu schöpfen. Diese Wertschöpfung muss immer schneller geschehen. Sie besteht aus Inhalten, Features, Services,  Produkten etc. aber eben auch aus einer fortwährenden Optimierung der internen Prozesse oder wie Haydn Shaughnessy und Fin Goulding es sagen, gelingende sozialer Interaktionen .

 

Soziale Interaktionen ersetzen Prozesse

Die Möglichkeit und Fähigkeit der Teams Prozesse kontinuierlich so anzupassen, wie es für die Wertschöpfung erforderlich ist, ist dabei möglicherweise die heute wichtigste Innovation, denn in digitalen Zeiten gibt es keinen Platz für Hierarchie und Planung mehr

Die Anforderungen an Menschen verändern sich dadurch elementar. Pedant zur kontinuierlichen Innovation ist das kontinuierliche Lernen.

Wir brauchen nicht nur multidisziplinäre Teams, sondern multidisziplinäre Menschen. Personalsuche und Ausbildung müssen wir auf Kompetenzen runter brechen. Die ADG hat hierfür ein eigenes Kompetenzmodell entwickelt. Führungskräfte und Experten müssen neue Rollen erlernen. Hierfür haben wir ein „Active Development Framework“ entwickelt, welches uns dabei hilft Menschen für neue Rollen zu trainieren.

Ihr Mindset zählt

In erster Linie müssen wir uns transformieren. Mitarbeiter und – erlauben sie mir die Betonung – insbesondere Führungskräfte. Es gibt keine Grenze für Veränderung und Agilität im Unternehmen. Weder nach unten und insbesondere nicht nach oben. Wo ist eigentlich „Unten“ und „Oben“ in einer vernetzten Welt?

 

Coming Soon

Mehr zum ADG Kompetenzmodell

Mehr zum Activ Development Framework

 

Photo by rawpixel on Unsplash

 

About the author

Boris Janek -

Similar Posts

Leave a reply

required*