Gemeine Probleme

Heisser Sommer

Dieser Sommer ist gefühlt, der wärmste und anstrengenste Sommer, den ich – in meinen 50 Lebensjahren – bisher erlebt habe. Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass er eine Auswirkung des Klimawandels ist. Als Menschen spüren wir seine Auswirkung vor allem auch in den sozialen und kulturellen Problemen, die er auslöst. Ebenso scheint globale Zusammenarbeit dann sehr einfach zu sein, wenn es um ökonomisches Wachstum geht. Während wir diese Zusammenrbeit bei der Eingrenzung ,der, durch dieses ökonmisches Wachstum, verursachten ökologischen Schäden kaum erleben. Im Gegenteil: Immer mehr Staatsführer versuchen den  Klimawandel zu leugnen bzw. unternehmen keine Maßnahmen, um dieses gemeine Problem zu lösen.

Was ist ein gemeines Problem?

Gemeine Probleme sind per Definition Probleme,die schwer oder unmöglich zu lösen sind. Das Buch „Wicked problems worth solving – a handbook & call to action von Jon Kolko“ widmet sich diesen Problemen. Der Autor bezeichnet soziale und kulturelle Probleme als gemeine Probleme. Dafür gibt es 4 Gründe:

  • unvollständiges oder sich widersprechendes Wissen.
  • die Anzahl der involvierten Menschen ist groß bis sehr groß,
  • die ökonomische Belastung ist hoch,
  • und es existiert ein  hoher Grad an Vernetzung mit anderen Probleme.

Die Lösung solcher Probleme werden in erster Linie an die Politik, gesellschaftliche und weltweite Insitutionen verwiesen und dort sehr traditionell bearbeitet.

Gemeiner als gemeine Probleme

Der Autor – das ist an dieser Stelle aber nur am Rande relevant – schlägt vor, die Lösung mit Design Methoden anzugehen. Au jeden Fall wird jedoch die Zusammenarbeit unterschiedlichster Organisationen, Instanzen und Menschen empfohlen. Insbesondere  die Einbindung der Bretroffenen ist relevant. Beim Klimawandel, den ich als ein gemein gemeines Problem bezeichnen möchte, weil er zusätzlich noch geleugnet wird und die Aufgabe grundsätzlicher menschlicher Errungenschaften erfordert

Belanglose Probleme

Während man diese gemeinen Probleme eigentlich sofort angehen müsste, sehen und erleben wir sogenannte Innovationen, die kaum relevant sind und Bedürfnisse schaffen,  statt Probleme zu lösen.  Ist „mobile payment“  zum Beispiel wirklich ein Kundenbedürfnis?  Vielleicht geht es auch nur um einen Wunsch von Technik Nerds der Fintech Welt? Oder um das Interesse von  Organisationen und Institutionen?

Müssen wir angesichts gemeiner Probleme  nicht die grundsätzliche Frage stellen, was Innovation eigentlich ist oder sein soll?

Was ist Innovation?

Nicht alles Neue ist eine Innovation. Innovationen sollen und müssen in erster Linie den Menschen dienen und zwar einer Mehrheit von Menschen. Die Zielrichtung von Innovation folgt dem Prinzip „Besser machen“ statt „größer und mehr“. Wir dürfen dann Neuerungen ablehnen und müssen das Neue hinterfragen und immer wieder überprüfen

Sind  Ideen die Menschen arbeitslos machen, ausgrenzen oder die Ungleichheit verfestigen und  erhöhen wirklich Innovationen? Können  Produkte und Lösungen,  die das Klima zerstören als innovativ bezeichnet werden? Müssten wir nicht wieder damit beginnen wirkliche Probleme zu lösen, und könnten Banken darin sogar neue Chancen finden?

Wolf Lotters Streifschrift für barrierefreies Denken nennt einen wichtigen Punkt:

Innovationen eröffnen Zugänge und Chancen, vor allem für die Benachteiligten, die Armen und für all jene, die mit dem Bestehenden nicht zurechtkommen oder keinen Zugang zu den alten Technologien hatten. Eine Innovation, die den Namen auch verdient, vergrößert immer Freiraum und Spielraum. Innovationen lösen oder verringern Probleme und erhöhen Chancen.

In diesem Sinne. Wann fordern Sie Bestehendes heraus? Welches Problem möchten und können Sie lösen?

 


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Boris Janek -

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