Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Bain & Company steht der deutsche Bankenmarkt vor einem radikalen Personalumbau. Aus Sicht von Bain müssen die Banken heftig auf die Kostenbremse treten. Auf Sicht von 10 Jahren werden die Banken in Deutschland 10.000 Filialen schließen und 115.000 Jobs abbauen. Derzeit arbeiten rund 610.000 Menschen in der Bankenbranche.  Experten diskutieren das Drei-Drittel-Szenario. Danach dürften ein Drittel der Beschäftigten den Job behalten, ein weiteres Drittel wird sich durch Qualifizierungen und Versetzungen an die neue digitale Bankenwelt anpassen müssen, das letzte Drittel schließlich wird beobachten müssen, wie Transaktionsroutinen, manuelle Prozesse und einfache Dienstleistungen zusehends digitalisiert werden, ihr Arbeitsumfeld damit wegfällt. Gelingt es hier nicht, den zukünftig zu erwartenden Personalabbau professionell zu begleiten, besteht die Gefahr, dass Anstrengungen zum Aufbau einer positiven Arbeitgebermarke konterkariert werden

Routinejobs können in Zukunft von Maschinen besser erledigt werden als von Menschen. Die Warnung vor einer großen Schar neuer Arbeitsloser in Deutschland ist aber verfrüht, wenn nicht falsch. Vielmehr verschiebt sich der menschliche Arbeitsmarkt in Richtung Hochbildung, Kreativität und Empathie. Denn im intuitiven Erfassen von Zusammenhängen, in Empathie und dem Entwickeln einzigartiger Ideen sind die Menschen auch in Zukunft unschlagbar. Wer zwischen Mensch und Maschine zu vermitteln weiß oder einzigartige, sinnstiftende, menschliche Dienstleistungen anbieten kann, ist für den Arbeitsmarkt der Zukunft und auch in der künftigen Bankenwelt gut aufgestellt.

Das McKinsey Global Institute differenziert in einer seiner Studie den Dienstleistungsbereich in Tätigkeiten der „Transaction“ und „Interaction“. Transaction umfasst dabei Tätigkeiten eines Service- und Sachbearbeiters, die in naher Zukunft durch digitale Prozesse automatisiert erfolgen können. Davon grenzt McKinsey interaktive Tätigkeiten ab, die auf zwischenmenschlicher Kommunikation und Kollaboration beruhen. Diese Merkmale müssen auch den „Beratungs-Profi“ in Banken künftig kennzeichnen

In Zukunft wird es darüber hinaus mehr Jobkonstruktionen geben, die auf einer Kombination von Selbständigkeit und Festanstellung beruhen. Hierfür werden Arbeitgeber zunächst die Arbeitszeit reduzieren müssen. Denn wenn Arbeitnehmer sich ernsthaft freiberuflich engagieren wollen, brauchen sie in der Regel mehr Zeit, als sie neben einem Vollzeitjob zur Verfügung haben. Von Unternehmensseite setzen Jobkombinationen aus Selbständigkeit und (Fest-) Anstellung allerdings eine entsprechende Organisationskultur voraus. In diesem Zusammenhang fällt auch öfter der Begriff Solo-Selbständige. Als Solo-Selbständige werden gemeinhin Selbständige bezeichnet, die keine Mitarbeiter beschäftigen.

Hinsichtlich einer Anpassung von Personalressourcen gilt es vernetzte Technologien zu nutzen und vernetzt zu denken. Vernetzte Wissenskollektive arbeiten in Zukunft unternehmensübergreifend zusammen. In diesem Sinne ist auch das Wissenskollektiv der gesamten Genossenschaftlichen FinanzGruppe immer effektiver und effizienter zu organisieren.

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About the author

Walter Krupp - Mein Name ist Walter Krupp. Ich bin Leiter des Bereichs Research bei der Akademie Deutscher Genossenschaften. Ich beschäftige mich intensiv mit den Themenfeldern Digitale Transformation, insbesondere im Finanzdienstleistungsbereich, Arbeitswelten der Zukunft und Markenkern Genossenschaften.

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