Ein junger Mann hat ein StartUp gegründet. Er sucht jetzt Investoren, die für jeweils 100.000 EUR Dollar für 10 % in seiner Firma einsteigen. Ein Treffen kommt zustande im Uni-Cafe. Der Investor spendiert einen Smoothie, hört sich die Idee eine Weile an, steht wortlos auf und geht.

Der junge Gründer – das ist Brian Chesky – CEO von AirBnB und es ist das Jahr 2008. AirBnB hat gerade seine WebSite gelauncht. Im Oktober 2016 ist die Firma über 30 Mrd. Dollar Wert, hat über 1 Million Kunden und in 191 Ländern aktiv (Quelle: http://expandedramblings.com/index.php/airbnb-statistics/). Wie viel wäre das Anfangsinvest von 100.000 Dollar wohl heute wert?

Gute Idee oder schlechte Idee!? – das lässt sich am Anfang überhaupt nicht sagen. Oft sind die Ideen, die anfänglich als sehr schlecht erscheinen – hinterher die besten gewesen. Bei Innovationen gibt es daher auch nur Schlechte Ideen Bücher – irgendwie scheint es uns leichter zu fallen Verrücktes zu denken, wenn es von vornherein als schlecht bewertet ist.

Zu frühes Bewerten kann das rausche Aus jeder noch so kleinen Idee mit Potenzial sein: „Das wollen die Kunden nicht, das passt nicht zu uns, da haben wir kein Budget dafür, das haben wir schon mal so gemacht, da spiele ich mal den Advocatus Diaboli“.

Dabei gilt: Erst mal Quantität vor Qualität bei den Ideen. Linus Pauling, seines Zeichen zweifacher Nobelpreisträger (Chemie und Frieden) hat gesagt: „Wer eine gute Idee haben will, muss viele Ideen haben“. Divergentes Denken heißt der Fachbegriff dazu: Von einer Frage- oder Problemstellung ausgehend, werden möglichst viele Ideen entwickelt. Dabei gilt: Nicht kritisieren, sondern auf den Ideen anderer aufbauen. Ein „Ja, aber“ hilft hier nicht: Ein „Ja, und“ ist wertschätzend und erweitert die Idee.

In Ihrem Buch „Creability“ schreiben Eppler/Hoffmann/Pfister von sechs Herausforderungen bei der Innovation: Eine ganz wesentliche ist dabei die Selbstzensur, also die Beschränkung des eigenen Denkens auf die eher naheliegenden Idee nahe am Bestehenden. Die Suche nach Informationen verschenken und dafür Daten der Kunden bekommen – Googles Erfolgsmodell klang vielen sicher als schlechte Idee zu Beginn. Elon Musk – Gründer von Tesla und SpaceX – will bis 2030 den Mars besiedeln: Wie klingt das für Sie?

Wilde Ideen

Die Suche nach wilden Ideen beginnt auch damit, dass offensichtlich weit Entfernte, Abstruse und Undenkbare zuzulassen. In unseren Workshops verteilen wir daher „Schlechte Ideen Bücher“, damit solche wilden Ideen jederzeit festgehalten werden können. Denn auch das kennen Innovatoren gut: Ideen kommen selten am Arbeitsplatz zustande – Couch, Dusche oder der Wald sind besser für Kreativität (siehe Blog Beitrag 09/2014 )

Wie kommen Sie auf wilde Ideen? Welche Quellen inspirieren Sie dabei? Welche anderen Branchen, die mit ihrem Kerngebiet nichts zu tun haben, schauen sie sich bewusst an? Wir freuen uns auf wildes Feedback!

About the author

Carsten Rhinow(http://www.adgonline.de) - Mein Name ist Carsten Rhinow und ich bin bei der Akademie Deutscher Genossenschaften als Spezialist für Digitale Medien & Lerninnovationen tätig. Ich beschäftige mich intensiv mit der Frage, wie das Lernen/Lehren, die Personal- und die Organisationsentwicklung in Zukunft stattfinden wird. Neben den neuen technischen Möglichkeiten in diesen Bereichen interessiert mich vor allem die Frage, wie Organisationen so agil gestaltet werden können, dass diese sich mit allen Mitarbeitern flexibel an eine sehr dynamische und komplexe Umwelt anpassen zu können.

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