„Daten sind das neue Gold“, so hätte man die Big Data-Konferenz zusammenfassen können, die ich Anfang Dezember am Startplatz in Köln besucht habe. Unternehmen und Organisationen aus allen möglichen Bereichen, sammeln heute so viele Daten wie nie zuvor und eine folgerichtige Analyse und Nutzung der Daten entscheidet über den Wettbewerbsvorteil der Akteure.

Zwei einfache Geschichten, über die auf der Konferenz kurz berichtet wurde, gefielen mir sehr gut. Sie zeigen die Kraft von Big Data auf und vielmehr noch die Wichtigkeit einer anschließende Datenanalyse:

Das US-Amerikanische Kaufhaus Wal-Mart fand über Datenanalyse heraus, dass die Kombination Windeln und Bier zu einer bestimmten Uhrzeit besonders häufig von jungen Männern gekauft wird. Die Erklärung dafür waren frustrierte Väter, die zum Windelnholen geschickt wurden und sich mit einem Sixpack Bier belohnten. Wal-Mart hat dann Windeln und Bier im Supermarkt geschickt nebeneinander platziert. Diese Analyse brachte dem Konzern ein zweistelliges Umsatzwachstum.

Ein weiteres Beispiel für intelligente Datenanalyse bietet die Polizei in Santa Cruz in Kalifornien. Nicht mehr der Vorgesetzte bei der Polizei in Santa Cruz bestimmt den Einsatz der Diensthabenden, sondern der Algorithmus! Hierfür wird der Polizeicomputer von Santa Cruz mehrfach täglich neu gefüttert mit allen relevanten Daten, die der Polizeiapparat zu bieten hat. Das Computerprogramm berechnet dann, in welchen Gegenden der Stadt zu welcher Uhrzeit die höchste Wahrscheinlichkeit für einen Einbruch oder Raub besteht. Im ersten Jahr, in der der vorausschauende Polizeicomputer zum Einsatz kam, sind Einbrüche um elf Prozent und Autodiebstähle um acht Prozent zurückgegangen. Alle Polizisten sind mit Smartphones und Tablets ausgestattet, um von unterwegs auf das webbasierte Vorhersageprogramm zugreifen zu können.

Wer Daten hat – dies wurde auf der Konferenz klar – hat neues Gold in der Hand, denn er verdient heute und in Zukunft Geld damit. Und so hat die „Datenkrake“ Google gezielt das Unternehmen Nest zugekauft, das in der Hausautomation tätig ist, und  bezieht so Nutzungsdaten von Hausbewohnern – Daten, die vorher in der Hand der Elektrofirma bzw. des Heizungsinstallateurs gewesen waren. Amazon verkauft Bücher und hat jetzt Daten, die vorher bei den Verlagen  lagen. Und Paypal …

Ziel muss es auch für Genossenschaftsbanken sein, Daten zu nehmen und sie in intelligentes Handeln umzuwandeln:

Wie wäre es denn, wenn meine Bank mir ein Angebot für eine Reiseversicherung unterbreitet hätte, weil ich gerade über mein Bankkonto die erste Anzahlung für meinen Spanien-Urlaub im kommenden Sommer geleistet habe. Ich hätte mich gefreut und sofort eine solche Versicherung bei meiner Bank abgeschlossen.

Die genossenschaftliche Finanzgruppe hat es selber in der Hand in Zukunft erfolgreich – auch mit ihrem Datenschatz – zu wirken.

Ich wünsche allen Bloglesern ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2016.

Ihr

Walter Krupp

About the author

Walter Krupp - Mein Name ist Walter Krupp. Ich bin Leiter des Bereichs Research bei der Akademie Deutscher Genossenschaften. Ich beschäftige mich intensiv mit den Themenfeldern Digitale Transformation, insbesondere im Finanzdienstleistungsbereich, Arbeitswelten der Zukunft und Markenkern Genossenschaften.

Similar Posts

Leave a reply