EDV, IBM und www – dichteten die Fantastischen Vier in Ihrem Lied „MFG“ in 1999. Im Jahr 2015 könnte man mit all den Internetabkürzungen ein ganzes Lied komponieren: LTE, SEO und PNG,  PIN, TAN und APP. PHP, SQL und iOS. MdG – mit digitalen Grüßen!

Die Digitalisierung drängt immer in viele Lebensbereiche weiter vor und verändert die Art, wie wir kaufen, recherchieren, reisen, kommunizieren. Und wie wir Bankgeschäfte machen! Dank Banking-Apps können wir den Kontostand von überall abrufen, per Online-Video-Legitimation können Konten eröffnet oder gar komplett digital gewechselt werden und Finanzierungen erfolgen über Crowdplattformen.

Die gravierenden Veränderungen zeigen sich schon deutlich am Markt: Einige Banken reduzieren ihr Filialnetz und bauen stattdessen ihre Online-Kanäle deutlich aus. Denn Banking der Zukunft wird immer mehr bedeuten, eine Nähe zum Kunden auch über digitale Kanäle herstellen zu können.

Die Herausforderung ist dabei, die Mitarbeiter auf dieser digitalen Reise mitzunehmen. Wenn Kunden mehr und mehr ihr Smartphone und Tablet-PCs für das Banking nutzen, müssen Mitarbeiter mindestens den gleichen Kenntnisstand und Erfahrungsschatz haben. Anfang der 2000er Jahre – als das Internet populär wurde- haben Banken (und natürlich auch andere Unternehmen) ihre Mitarbeiter z. B. über Online-Webführerscheine geschult.

Der Bedarf heute für Schulungen ist riesig, denn die Themen rund um die Digitalisierung werden immer komplexer und vielfältiger. In einer Studie von D21 konnten teilweise nur wenige die Digitalisierungsbegriffe erklären:

begriffe_digitale_kompetenzen

(Quelle: D21)

Wer hier zu lange wartet, sich mit den aktuellen Entwicklungen selber zu beschäftigen, der wird diese Lücke nur schwer aufholen. Denn die Zukunft wird davon geprägt sein, dass immer mehr neue Produkte & Services digitaler Art in immer kürzerer Zeit auf den Markt kommen. Schon heute befürchten nach einer aktuellen Studie 39 % Mitarbeiter im Retailbanking, dass die Digitalisierung negative Konsequenzen für sie haben wird (Quelle: FAZ).

Einen besonderen Weg geht hier die Förde Sparkasse in Kiel. Sie stellt jedem der 1350 Mitarbeiter jeweils ein iPad zur Verfügung und hat für die interne Nutzung (Chat, Video, Nachrichten) gar eine eigene App  am Start (Quelle: IT-Finanzmagazin). Das erklärte Ziel: Die Mitarbeiter fit machen für den digitalen Wandel und Vorbehalte abbauen durch das eigene Erleben lassen.

Auch erste Genossenschaftsbanken haben begonnen, intern Smartphones und TabletPCs zu Schulungszwecken anzuschaffen: Die Mitarbeiter lernen also z. B. die neuesten Funktionen der Banking-App direkt so, wie der Kunde es auch macht: Am und mit dem Smartphone.

In der Studie von D21 wurde auch gefragt, wie denn überhaupt diese neue Kompetenzen in der digitalisierten Welt erworben werden! Hier gilt: Probieren geht vor Studieren! Ein Großteil versucht es einfach selber. Aber auch Kollegen im Unternehmen spielen hier eine große Rolle!

wissensaneignung_digitale_kompetenzen

Quelle: D21

Bei allen Gesprächen dazu von mir mit den Banken steht vor und über allem eines: die Kultur! Unternehmen und ihre Mitarbeiter müssen sich auf den Weg machen zu dem, was uns als Kind schon ausgemacht hat: Neugierig sein, Neues wagen, trotz Rückschritten weiter machen (sonst hätte keiner von uns jemals laufen gelernt) und Lernen mit Spaß verbinden! Peter Drucker hat es auf den Punkt gebracht:

„Culture eats strategy for breakfast“ (Die Kultur verspeist die Strategie zum Frühstück)

Gegen die Kultur im Unternehmen werden sich also Veränderungen nicht umsetzen lassen.

Wie gestalten Sie digitale Weiterbildung bei sich? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Welche Unternehmen kennen Sie, die aus Ihrer Sicht hier Vorbild sein können?

About the author

Carsten Rhinow(http://www.adgonline.de) - Mein Name ist Carsten Rhinow und ich bin bei der Akademie Deutscher Genossenschaften als Spezialist für Digitale Medien & Lerninnovationen tätig. Ich beschäftige mich intensiv mit der Frage, wie das Lernen/Lehren, die Personal- und die Organisationsentwicklung in Zukunft stattfinden wird. Neben den neuen technischen Möglichkeiten in diesen Bereichen interessiert mich vor allem die Frage, wie Organisationen so agil gestaltet werden können, dass diese sich mit allen Mitarbeitern flexibel an eine sehr dynamische und komplexe Umwelt anpassen zu können.

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