Erfolgreiche Selbstvermarktung, eine klare Experten-Positionierung – Personal Branding ist nicht nur für Selbstständige und Einzelpersonen von Bedeutung. Auch Banken können von der Markenbildung ihrer Mitarbeiter profitieren. Denn der strategische Auftritt in der Öffentlichkeit bringt für beide Seiten viele Vorteile.

Seit einigen Monaten kreisen meine Gedanken zum Thema „Personal Branding“. Wie kann es gelingen das ICH in die digitale Welt zu transferieren und/oder durch das „digitale ICH“ zu ergänzen? Wie können Expertisen, Projekterfahrungen, Ideen und Gedanken von Mitarbeitern unseres genossenschaftlichen Verbundes transportiert werden? Wie können wir voneinander profitieren, netzwerken und die „genossenschaftliche Idee“ im digitalen Zeitalter leben?

 

© Hartmut Merl

© Hartmut Merl

Hartmut Merl zeigt und beweist eindrucksvoll, wie ein Banker sich in der digitalen Welt profilieren und den Weg zur Personenmarke gehen kann.

Personal Branding ist also ein wichtiger Schritt innerhalb der digitalen Transformation. Diese Art der Selbstvermarktung hat viele Facetten und tangiert Themenfelder wie die eigene Persönlichkeitsentwicklung, persönliche Kompetenzen, Storytelling aber auch Employer Branding. Die Frage dabei ist doch nicht, ob Personal Branding ein Unternehmen oder eine Bank verändert, sondern wie. Welche Berührungspunkte dieses Thema aus meiner Sicht in Ihrer Bank haben könnte, zeige ich Ihnen gern auf:

 

1. Recruiting

Um als Bank die passenden Mitarbeiter, Kollegen und Geschäftspartner zu finden, helfen deren aussagekräftigen Darstellungen in der Öffentlichkeit. Denn die eindeutige Positionierung und Außendarstellung eines Mitarbeiters und/oder Kandidaten erleichtert der Bank den Abgleich, ob diese Person den Anforderungen und Vorstellungen der Bank entsprechen könnte.

Ein gelungenes Personal Branding erlaubt HR-Abteilungen die gezielte, strategische und erfolgreiche Suche nach Mitarbeitern und ermöglicht eine unkomplizierte, persönliche und direkte Kontaktaufnahme. Personalverantwortliche können zudem Profile, Webseiten und Eigendarstellungen nutzen, um den Bedarf und das Angebot in verschiedenen Sektoren zu analysieren.

  • Welche Positionen, welche Aufgaben-/Themenfelder werden häufig gesucht?
  • Welche Tätigkeiten und/oder Qualifikationen werden angeboten?
  • Welches Segment kann die Bank bereichern?

Dadurch können sogar aktuelle Stellenangebote angepasst oder sogar neue Stellen geschaffen werden.

 

2. Eigene (Online)Reputation

Durch sein persönliches „digitales Zuhause“, kann ein jeder Mitarbeiter, Spezialist, Bereichs- oder Ressortleiter aber auch Vorstand einer Bank seine Gedanken, seine Expertise, seine Erfahrungen aber auch seine Projekte teilen und somit seinen eigenen Expertenstatus aufbauen. Wichtig in meinen Augen ist hierbei, dass der Mitarbeiter authentisch ist und bleibt, damit Vertrauen entstehen und sich daraus eine positive Onlinereputation ergeben kann. Und das nicht nur für den Mitarbeiter, sondern gleichzeitig auch für die Bank, für die er arbeitet.

 

3. Optimale Stellenbesetzung innerhalb der Bank

Personal Branding heißt: Das eigene Potential erkennen und zeigen. Hierfür findet eine persönliche, ehrliche und zielgerichtete Auseinandersetzung mit Stärken und Schwächen, Qualifikationen und Ansprüchen statt. Die öffentliche Darstellung veranschaulicht diese Werte, Erfahrungen und Anforderungen. Banken können deshalb Mitarbeiter mit guter Eigenvermarktung hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und Ansprüche optimal einsetzen.

Die Selbstkenntnis und Selbsteinschätzung des Mitarbeiters erlaubt nicht nur dem Mitarbeiter, die eigene Wunschposition innerhalb einer Bank zu definieren, sondern zeigt ihr auch, wo eine optimale Potentialentfaltung des Mitarbeiters, d.h. der größte Nutzen für die Bank, möglich ist.

Durch den direkten Kontakt und Dialog mit Lesern, Abonnenten und Followern hat der Mitarbeiter die Chance Feedback auf seine Veröffentlichungen zu bekommen, kann von anderen Erfahrungen/Kommentaren sogar noch lernen und erlangt darüber die Möglichkeit Selbst- und Fremdeinschätzung gegenüberzustellen.

 

4. Imageförderung und Kundenbindung

Wenn die Mitarbeiter als starke Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit mit der Bank, für die sie arbeiten, in Verbindung gebracht werden, kann sich das positiv auf die Bank auswirken.

Zum einen haben Menschen mit gelungener Eigenvermarktung ein gut ausgebautes, aktives Netzwerk, über das viele Menschen erreicht und unterschiedliche Inhalte geteilt werden können. Das kann bei der Verbreitung von positiven Meldungen sowie bei der Bewältigung von Krisen (z.B. bei Imageschaden) enorm helfen.

Zum anderen ermöglichen die Mitarbeiter für Kunden und Außenstehende den persönlichen Bezug zur Bank. Einzelpersonen wirken nahbar, echt und glaubwürdig. Der öffentliche Auftritt, der auch immer einen öffentlichen Austausch bedeutet, weckt Interesse und fördert persönliche Beziehungen.

Gerade in Zeiten des niedrigen Zinsniveaus und dem steigenden Kostendruck, können sich Banken zukünftig mehr und mehr über Kundennähe und somit über Persönlichkeiten abheben. Machen Sie Ihr Know-How, Ihre Mitarbeiter und deren Persönlichkeiten zu Ihrem Alleinstellungsmerkmal. Je mehr sich der Kunde mit der Bank, d.h. mit den Mitarbeitern identifizieren kann, umso größer ist das Vertrauen und damit die Bindung an Ihre Bank.

 

5. Mitarbeiter als Multiplikatoren und Thementreiber

Der Wirkungskreis und die Reichweite von Personen, die sich in der Öffentlichkeit positionieren, sind enorm. Hauptbestandteil der Prozesse zur Markenbildung ist die Verbreitung von Inhalten für eine breite Zielgruppe. Durch Personal Branding werden viele Themen in die Öffentlichkeit gebracht und somit das Interesse für Themengebiete, die auch die Bank oder die Branche betreffen, geweckt. Nutzen Sie Ihre Chance Themen zu platzieren und Agendasetting zu betreiben.

 

6. Erschließung neuer Geschäftsfelder

Personenmarken pflegen den Austausch, erweitern stetig ihr Netzwerk und suchen nach interessanten Schnittstellen zu anderen Bereichen. Auf diese Weise entstehen auch branchenübergreifende Kontakte, aus denen sich neue, innovative und vielversprechende Projekte ergeben können.

Diese Begegnungen können profitabel für die Bank sein, denn die Erschließung eines neuen Geschäftsbereichs beginnt damit, die Berührungspunkte mit einem anderen Gebiet zu erkennen und daran anzuknüpfen.

 

SocialTrademark_OnePager

Social Trademarks ist ein Anbieter für Reputionsmanagement, der derzeit den Markt für Personenmarken bereitet und Klienten auf dem Weg zur Marke begleitet.

 

Personal Branding als Fundament Ihres Erfolges

Eine starke Personenmarke verleiht Ihnen und Ihrer Bank ein Gesicht, macht sie authentischer und gibt ihr eine Persönlichkeit. Bankkunden können so eine viel engere, persönlichere Beziehung aufbauen. Aber diese Wirkung ist nicht nur auf Kunden beschränkt – auch neue und wertvolle Netzwerkkontakte innerhalb des genossenschaftlichen Verbundes werden von einer starken und authentischen Personenmarke angezogen.

Wenn Sie Ihre Personenmarke professionell und nachhaltig aufbauen, haben Sie sich damit auch deutlich von anderen Konkurrenten aber auch von Kollegen und Experten auf gleicher Ebene ab. Parallel bauen Sie damit Ihre Reputation sogar über Ihr bisheriges persönliches Netzwerk aus. Dies kann Ihnen tendenziell nicht nur die ein oder andere spannende berufliche Position zugänglich machen sondern auch einen neuen Blick auf die Dinge ermöglichen und Ihnen eine neue Richtung geben.

Durch Ihre nachhaltige und professionelle (digitale) Positionierung werden Sie im Netz sehr schnell sichtbar. Diese neu erlange Sichtbarkeit gibt Ihnen die Möglichkeit Ihre Themen zu platzieren, sich als Experte zu etablieren und zum Meinungsführer werden.

Was denken Sie über Personal Branding im Bankenumfeld – wäre der Schritt zur Personenmarke im Netz für Sie ein gangbarer Weg?

About the author

Ronny Dentel - Als Spezialist Digitalisierung, Lerninnovationen & Webinare der Akademie Deutscher Genossenschaften, Blogger & Workalovic behandele ich Themen wie Social Media, Digital Creation, Webinare, Digitale Transformation, Crowdinvesting, Personal Branding & New Business Development. Mein Credo: "Das digitale Leben verlangt digitales Selbst.Bewusst.Sein. - Es kommt nicht nur darauf an kreative Ideen zu haben, sondern auch den entscheidenden Tatendrang an den Tag zu legen, der aus diesen Ideen "Echtes" entstehen lässt."

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2 comments

Hi Ronny,

ich finde deinen Artikel echt spannend und frage mich, wer, wenn nicht wir VOLKSbanker, sollte sich mit dem Begriff PersonalBranding schmücken dürfen? Gerade in unseren Kreisen gehen die Kunden nicht unbedingt zur VR Bank, sondern eben zum „Müller“. Unsere Filialen leben von den Marken, die dort arbeiten und für unsere Kunden da sind.
Ich bin auch bei dir, was die Personenmarke im Netz angeht, habe nur noch meine Probleme bei der Vorstellung eben diesem „Müller“ mit seiner geballten Kompetenz ins Netz zu bekommen. Natürlich ist es für jemanden mit Online-Affinität ein Leichtes sich auf diversen Plattformen ins Gerede zu bringen und seine Strärken auszuspielen, wenn die Motivation und der Faktor Zeit es zulassen, aber bei den erfahrenen Markenträgern sehe ich da einige Probleme. Grade die Kollegen, die den Ruf unseres Hauses ausmachen, weil sich Ihre Qualitäten, Erfahrungen und ihr Wissen rumgesprochen haben, sehe ich noch nicht im Netz präsentiert. Natürlich ist jeder für sich selbst verantwortlich und muss wissen, ob und wie er sich als Marke darstellen möchte, doch ich denke, wir sollten den Mitarbeitern zumindest eine Möglickeit aufzeigen um dies zu tun.
Wie können wir unsere Denker und Lenker im Netz zu Leuchttürmen unseres Hauses machen?

Hi Annette,

super, dass dir der Artikel gefällt, dich das Thema anspricht und du sogar bereits einen eigenen Standpunkt definiert hast. Klasse! Danke!

Eine Personenmarke ist in der Tat nicht über Nacht aufzubauen und ich empfehle auch, dies nicht im Alleingang anzugehen. Die Mitarbeiterin und/oder der Mitarbeiter braucht Unterstützung im Hinblick auf die Fokussierung, die Soft-Skills, die Reichweite und Möglichkeiten, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die technische Umsetzung.

Ich spiele gerade mit Ideen, eruiere Konzepte und lasse es wachsen. Bei unserem letzten Treffen haben wir ja bereits über (Corporate) Blogs gesprochen – lass´ es uns im April gern vertiefen und gemeinsam weiterdenken. Ich bin voll und ganz bei dir – Angebote und/oder Produkte für unsere Mitarbeiter(innen) zu schaffen sowie das entsprechende Enabling anzubieten.

Es ist noch ein langer Weg aber dafür ein chancenreicher und bunter. 🙂

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