Für viele Banken stellen ein erfolgreicher Webauftritt und ein zielgerichtetes Engagement in den sozialen Netzwerken bislang eine große Herausforderung dar. Viele sind bemüht, das immer wichtiger werdende Medium Internet für sich zu nutzen, oft fehlt es aber insbesondere an Informationen, wie Kunden optimal angesprochen werden können…

Andere Branchen sind hier schon weiter und haben teils sehr interessante Wege gefunden, Vertrieb und Internet miteinander zu verbinden. An diesen Beispielen können sich auch Finanzdienstleister orientieren, wenn sie ihren Internetauftritt verbessern möchten…

Automobilbranche als eine der Vorzeigebranchen

Wenn es um die optimale Nutzung von Internet und Social-Media geht, dann gehört die Automobilbranche definitiv zu den Vorzeigebranchen. Immer mehr Automobilhersteller gehen dazu über, ihre Autos nicht nur über die Händler vor Ort zu vertreiben, sondern auch über das Internet. Ein aktuelles Beispiel ist Mercedes, denn seit geraumer Zeit werden Neuwagen auch direkt über das Internet angeboten – in dieser Form ein Novum in Deutschland. Ein anderes Beispiel ist Audi, wo Kunden im Internet das eigene Wunschauto mit all seinen Komponenten am Bildschirm gestalten können. Und BMW zeigt, wie aktuelle Informationen beim Facebook-Auftritt optimal mit der eigenen Website verknüpft werden können. Zunächst einmal stellt der Automobilhersteller aus München auf seiner Facebook-Seite das neue BMW M4 Cabrio vor. Gleichzeitig erhält der Kunde den Hinweis, dass er sein zugehöriges Wunschauto auf der Webseite von BMW direkt und selbst zusammenstellen kann. Ferner können schriftliche Information bestellt oder direkt eine Probefahrt beim Händler vereinbart werden.

Auch die Tourismusbranche und Telekommunikationsanbieter gehen voraus

Die Automobilbranche ist nicht die einzige Vorzeigebranche, die im Internet und im Bereich Social-Media sehr aktiv ist. Auch Tourismusanbieter wie Hotels, Reiseunternehmen oder Fluggesellschaften sowie Telekommunikationsunternehmen sind sehr weit vorn. Wie sich Neuigkeiten und Ereignisse nutzen lassen, Kunden – ohne aufdringlich zu sein – zu den eigenen Angeboten zu führen, zeigt u.a. L’TUR. Aktuell veröffentlicht das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite die Information, dass in den USA am Tag nach Thanksgiving traditionell die Weihnachtsshoppingsaison beginnt. Gleichzeitig wird dem Kunden indirekt angeboten, mit L’TUR zum Black Friday nach New York zu fliegen und von Schnäppchen und Rabatten zu profitieren. Auf diese Weise schafft es L’TUR, ein jährlich stattfindendes Ereignis zu präsentieren und direkt mit seinen Angeboten zu verknüpfen.

Im Bereich Telekommunikation haben Service-Center und Filialen zwar noch immer einen wichtigen Stellenwert, in 2013 wurden aber bereits 69 Prozent aller Verträge über das Internet abgeschlossen. Und dabei setzen die Anbieter nicht nur auf den reinen Produktverkauf. So hat beispielsweise die Deutsche Telekom schon seit geraumer Zeit auf ihrer Facebook-Seite die sogenannte „Zahl der Woche“ als Rubrik eingeführt. Hier werden wöchentlich interessante Fakten präsentiert, wie zum Beispiel aktuell, dass 63 Prozent der Internet User ab 14 Jahren Videos per Stream schauen. Auch hier wird dem potentiellen oder vorhandenen Kunden zunächst einmal eine reine Information an die Hand gegeben, und gleichzeitig wird deutlich, dass der Bedarf an Videos per Stream auch über die Telekom gedeckt werden kann.

Fazit: Banken können durchaus von anderen Branchen lernen

So ist ein zentrales Thema, wie die Verknüpfung von aktuellen Geschehnissen oder spannenden Informationen und dem Anbieten der eigenen Produkte vorgenommen werden kann. -Die Neuigkeiten müssen dabei nicht einmal etwas mit dem Finanzbereich zu tun haben und sollten es ggf. auch gar nicht. In ähnlicher Weise bietet es sich an, Angebote besser mit anderen Branchen zu verknüpfen, wie zum Beispiel auf einer Webseite, auf der es um die Suche nach der passenden Immobilie geht, gleichzeitig eine Baufinanzierung anzubieten. Die Darstellung und dass es für den Kunden nicht nach plumper Werbung aussieht, sind dabei stets wichtige Erfolgsfaktoren.

 


Den heutigen Beitrag schrieb Kai Fürderer für uns. Er ist Vorstand des Instituts für Vermögensaufbau und hat Anfang 2013 das Verbraucherportal „Meine Bank vor Ort“ zur Förderung der Finanzbildung in Deutschland ins Leben gerufen.

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Benjamin Kursatzky -

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