Spricht man über den „Demographischer Wandel“ hört man oft die Schlagwörter Überalterung, Vergreisung, Rentenkatastrophe. Aber hier gibt es auch einen anderen Trend, einen Gegentrend: Downaging. Die über 50-Jährigen sind lernfreudiger, neugieriger, gesünder, aktiver und konsumfreudiger denn je. Neueste Ergebnisse der Altersforschung sprechen sogar von einem Jugendgewinn von zehn Jahren in Verhalten und körperlicher Fitness.

So wurde im Rahmen des Forschungsprojekts „Bankentrends 21“, einer Kooperation von ADG und Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB),  festgestellt, dass eine altersgerechte Weiterbildung in Genossenschaftsbanken noch wenig ausgeprägt ist und der Wissenstransfer zwischen Generationen (Mentoring, altersgemischte Teams, etc.) kaum aktiv umgesetzt wird. Mit Blick auf die wachsende Zahl Älterer und den deutlicher werdenden Mangel an Ressourcen auf dem Arbeitsmarkt müssen hier insbesondere für die Personalentwicklung tragfähige Konzepte gefunden werden.

Die VR-Bank Nordeifel spricht sich in diesem Zusammenhang sehr pragmatisch für ein sog. „Altersmanagement“ in der Abteilung Personalentwicklung aus. Hier geht es darum, dass ältere Mitarbeiter aktiv ihren Erfahrungsschatz, ihr Fach-Know-how, ihr Wissen und ihre Kontakte an die jüngere Generation in der Bank weitergeben. Basis hierfür ist ein in der Bank bereits seit mehreren Jahren etabliertes „kulturorientiertes Kompetenzmanagementgespräch“ zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Wolfgang Merten, Vorstandsmitglied der VR-Bank Nordeifel, empfiehlt hier eine Erweiterung um einen „Kompassworkshop“ für Mitarbeiter im Alter von ca. 45 Jahren. Hier stehen Fragen im Mittelpunkt wie: Wie sieht die zweite Hälfte des Berufslebens aus? Welche beruflichen Ziele möchte der Mitarbeiter noch erreichen? Welche Vorstellungen hat er darüber, wann und wie er einmal aus dem Unternehmen ausscheiden möchte? Auf Basis dieser Gespräche werden dann gezielte Personalentwicklungspläne auf- und umgesetzt.

„Perspektiven ergeben sich für ältere Menschen beispielsweise in einer Ausbildung zum Projektmanager oder als Mentor/Coach, in die sie ihre Berufserfahrung gezielt einbringen können“, so Merten.

Nicht zuletzt auch mit Blick auf ihr Mentorenprogramm wurde die VR-Bank Nordeifel von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles als eines von zehn Pionierunternehmen im Rahmen des Projekts  „Initiative Neue Qualität der Arbeit“(INQA) ausgezeichnet. Klasse und herzlichen Glückwunsch!

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Walter Krupp - Mein Name ist Walter Krupp. Ich bin Leiter des Bereichs Research bei der Akademie Deutscher Genossenschaften. Ich beschäftige mich intensiv mit den Themenfeldern Digitale Transformation, insbesondere im Finanzdienstleistungsbereich, Arbeitswelten der Zukunft und Markenkern Genossenschaften.

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