Unsere privaten und beruflichen Lebenswelten werden zunehmend digitaler. Auch in den Finanzsektor greift der digitale Strukturwandel zunehmend ein. „Die digitale (R)evolution im Finanzsektor“, so lautet auch der Titel einer jüngst veröffentlichten Studie von DB Research. Nach Schätzungen des Beratungsunternehmens Bain & Company versuchen mittlerweile über 3.000 Start Ups, die aus der IT-Branche kommen, im Finanzsektor Fuß zu fassen.

Was zeichnet diese FinTechs, die IT-Start Ups mit Fokus auf Finanzdienstleistungen, aus:

  • Hohe Kundenorientierung und Benutzerfreundlichkeit
  • Hoher Spezialisierungsgrad
  • Leicht verständliche Produkte und Dienstleistungen
  • Meist vollautomatisierte Prozesse
  • Schnelligkeit und Preisvorteil
  • Transparente Kundenkommunikation.

Wir werden hier im ADG Denkfabrik Blog die interessantesten Geschäftsmodelle von Start Ups – kurz und prägnant – vorstellen. Dabei werden wir in alle Bereiche des Finanzgeschäfts hineinschauen, in denen es digitale Konkurrenz gibt:

Aktivgeschäft, Passivgeschäft, Payment-Dienste.

Im Passivgeschäft haben sich Start Ups in der Anlageberatung positioniert. So wirbt das Start Up Vaamo mit folgendem Slogan: Geld anlegen und Vermögen aufbauen. Transparent. Einfach. Rentabel.

Die Börsenzeitung stellt fest: „Die eigentliche Leistung der Gründer liegt darin, den Anlageprozess stark vereinfacht zu haben.“

Dabei hebt sich Vaamo deutlich von der Konkurrenz ab: ein Eichhörnchen als Logo, die farbliche Gestaltung stark auf lila fokussiert, die Kunden werden mit „Du“ angesprochen.

    vaamo

© Vaamo

Wie ist das Geschäftsmodell? Vaamo-Kunden investieren ihr Geld in ein weltweit gestreutes Anlagekonzept aus Aktien und Anleihen, das auf anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und das vaamo zusammen mit Prof. Andreas Hackethal von der Frankfurter Goethe-Universität entwickelt hat. Dafür bezahlen Kunden eine Pauschale von 0,49 bis 1,19 Prozent pro Jahr bezogen auf ihr durchschnittliches Anlagevolumen. In der Pauschale sind neben der Depotführung auch alle Wertpapierkäufe und -verkäufe mit enthalten. Weitere Transaktionskosten fallen nicht an.

Wenngleich bei Genossenschaftsbanken ein Dienstleistungskern bei beratungsintensiven Produkten liegt, während Start Ups wie Vaamo den Fokus auf einfache Anlageprodukte gerichtet haben, müssen sich die Banken der digitalen Herausforderung im Bereich Anlageberatung stellen. „Kundenfokus 2015“ mit dem Teilprojekt webErfolg ist dabei ein Weg in der genossenschaftlichen Finanzgruppe, der mit höchster Stringenz weiterverfolgt werden muss, um auch gegenüber modernen digitalen Technologien der Start Up-Konkurrenz wettbewerbsfähig zu bleiben.

About the author

Walter Krupp - Mein Name ist Walter Krupp. Ich bin Leiter des Bereichs Research bei der Akademie Deutscher Genossenschaften. Ich beschäftige mich intensiv mit den Themenfeldern Digitale Transformation, insbesondere im Finanzdienstleistungsbereich, Arbeitswelten der Zukunft und Markenkern Genossenschaften.

Similar Posts

2 comments

Hallo,
ich habe heute einen der Gründer, Dr. Oliver Vins, persönlich kennen gelernt. Dies hat mich mich nochmals bestätigt, das Vaamo eines der wenigen Fintech Startups ist, welches sind lohnt im Auge zu behalten. Einfach und clever! Nur schade, dass es nicht die Genossen erfunden haben.
Live long and prosper,
Axel Liebetrau

Hallo Herr Liebetrau,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Ja, Vaamo hat auch in meinen Augen Zukunftspotential. Transparent, einfach, rentabel => das erzeugt Anziehungskraft.
In diese Richtung müssen sich auch die Genossenschaftsbanken auf den Weg machen!

Dr. Walter Krupp

Leave a reply

required*