Nicht nur, dass die niedrigen Zinsen den Banken auf der Ertragsseite zu schaffen machen – auch im Zahlungsverkehr, der heute über 40% des gesamten Provisionsüberschusses bei den Genossenschaftsbanken ausmacht, wird die Konkurrenz immer größer:

  • Bereits heute hat der US-Anbieter Paypal über 15 Millionen Kunden in Deutschland. Wird PayPal sich von Ebay lösen, dann wird Paypal noch agiler werden.
  • Visa verhandelt mit Vodafone und Telefonica wegen ihres mobilen Bezahlangebots.

Besonders interessant aber ist folgende Geschichte:

Der japanische Telekommunikationsdienstleister NTT Docomo kauft Ende 2011 Deutschlands kleinste börsennotierte Bank, die Werther Bank in Westfalen, stößt gleichzeitig alle Kunden ab – und zwar an die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eG –  mit dem Ziel „nur“ die Banklizenz für ihr Geschäft mit mobilen Bezahllösungen zu verwenden.

Und jetzt kommt das neu gegründete Start Up-Unternehmen Avuba ins Spiel:

Bei Avuba handelt es sich nicht um eine klassische Mobile Payment App, die auf einem bestehenden Konto aufsetzt, sondern um ein mobiles Girokonto mit App als Kernstück. Zahlen können Kunden daher, wie von ihrem bisherigen Girokonto gewohnt, per Karte oder Überweisung. Außerdem ermöglicht das Avuba-System Transaktionen zwischen Nutzern, d. h. einen direkten Geldtransfer. Dazu bietet das Start Up Avuba ein Girokonto für knapp sieben Euro monatlich an, das darüber hinaus nichts kosten soll. Avuba lässt seine Zahlungen über die net-m Privatbank 1891 in Düsseldorf abwickeln, die Avuba die reine Banklizenz gibt. Und die net-m Privatbank gehört dem japanischen Mobilfunkriesen NTT Docomo!

Die hier aufgeführten Beispiele zeigen exemplarisch auf, dass vermehrt neue Konkurrenz in den Markt für Bezahllösungen drängt. Der Kuchen ist aber noch nicht aufgeteilt! Die genossenschaftliche Finanzgruppe muss hier aktiv mitgestalten, um selbst Innovationen weiter voranzutreiben. So testet beispielsweise die DZ Bank regelmäßig neue Online-Anwendungen bei einzelnen VR-Banken, wie DZ Bank-Vorstand Thomas Ullrich erst jüngst in einem Interview mit der FAZ erklärte. Hier ist es wichtig, dass die genossenschaftliche Finanzgruppe weiter am Ball bleibt, wir werden im ADG Denkfabrik-Blog mit Informationen und Berichten weiter am Ball bleiben.

About the author

Walter Krupp - Mein Name ist Walter Krupp. Ich bin Leiter des Bereichs Research bei der Akademie Deutscher Genossenschaften. Ich beschäftige mich intensiv mit den Themenfeldern Digitale Transformation, insbesondere im Finanzdienstleistungsbereich, Arbeitswelten der Zukunft und Markenkern Genossenschaften.

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1 comments

Ergänzend zu dem Artikel möchte ich gerne auf ein Projekt der Fiducia IT AG hinweisen:

„Whats Cash“

WhatsCash ist die WhatsApp-Logik erweitert um eine Bezahlfunktion und integriert in die bestehende VR-Banking App der Fiducia.

Wie funktioniert das Ganze genau?
WhatsCash ist ein smartphonebasiertes Bezahlverfahren von Person zu Person. Dabei können sich zwei registrierte Nutzer auf Basis einer Überweisung Beträge zu senden. Innerhalb der VR-Banking-App können die im Telefonbuch angelegten Kontakte mit den für WhatsCash registrierten Nutzern synchronisiert werden, was eine deutliche Vereinfachung des Überweisungsprozesses zur Folge hat. Zudem kann man analog Gruppenchats auch Geld von Gruppen in variabler Höhe anfordern.

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