… Open Innovation ist eines der zentralen Lieblingsthemen in der Innovationswelt und gilt oft als „die“ Potenzialquelle für neue Ansätze. -Und was genau verbirgt sich nun eigentlich dahinter?

Open Innovation steht für einen offenen Innovationsprozess, der sich nicht mehr allein im Unternehmen abspielt, sondern bei dem bewusst Kunden, Lieferanten, Partner, andere Industrien etc. eingebunden werden. So viel zur Theorie, in der Praxis sieht das Ganze schon schwieriger aus, da die Gestaltungsmöglichkeiten sehr vielseitig sind und sich über alle Phasen der Innovationsprozesse erstrecken können. Sie stellen sich hierbei folgendermaßen dar:

  1. Outside In-Prozess: Dieser zielt auf die Einbindung von externem Wissen via Lead User (Nutzer, die vor allen anderen neue Bedürfnisse äußern und auch die Produktentwicklung unterstützen), Kunden und Lieferanten, Cross Industry (d. h. aus anderen Branchen), Crowdsourcing und Kundencommunities (d. h. aus der „breiten Masse“ externer Personen) etc.
  2. Inside Out-Prozess: Hier geht es um die Einbringung des eigenen Wissens bspw. bei der Kommerzialisierung durch andere Firmen, Spin-offs, Investitionen in andere Firmen etc.
  3. Gemeinsame Entwicklung: Diese wird mit Kunden, Lieferanten, anderen Unternehmen, Forschungseinrichtungen etc. vollzogen

Die vermutlich größte Relevanz hat die Einbindung von externem Wissen (Outside In-Prozess). Zur Umsetzung werden in der Praxis oft einzelne Kunden befragt oder einzelne Mitarbeiter eingebunden, was sicher sinnvoll ist. –Bedeutend mehr Potenzial scheint beim Thema Open Innovation aber ein anderes Vorgehen zu haben: Die Nutzung von Online-Plattformen, die vom Unternehmen selbst bereit gestellt oder wofür spezielle Angebote bestehender Online-Plattformen genutzt werden können.

Folgende vier Erfolgsbeispiele verdeutlichen das enorme Potenzial…

IBM New Business Development

IBM initiierte 2006 eine 2x dreitägige Online Brainstorming-Session zur Generierung einer neuen Geschäftseinheit im Bereich ökologische Herausforderungen. Daran nahmen über 150.000 Teilnehmer (Mitarbeiter, Geschäftspartner, Kunden etc.) aus 104 Ländern teil und brachten online 46.000 Ideen ein.

https://www.collaborationjam.com/

https://www.collaborationjam.com/

Fiat Mio

Der Fiat Mio ist das erste über die „Crowd“ kreierte Auto. Das Projekt zur Gestaltung eines Zukunftsautos startete im August 2009 mit der Freischaltung einer entsprechenden Website und wurde über die mehrmonatige Dauer mit 17.000 Teilnehmern und über 11.000 Ideen belohnt. Das Auto wurde im Oktober 2010 bei der São Paulo Auto Messe vorgestellt.

www.fiatmio.cc

www.fiatmio.cc

Kanada als führender Player in der digitalen Wirtschaft

„Canada’s Digital Compass Competition“ wurde 2010 von PricewaterhouseCoopers initiiert und zielte darauf, die Rolle des Landes in der Zukunft der digitalen Ökonomie zu definieren. Mehr als 1.000 Kanadier nahmen an dem einmonatigen Wettbewerb teil und erstellten fast 70 Ideen.

http://pwc-compass.chaordix.com/

http://pwc-compass.chaordix.com/

Neue Verpackungen bei Henkel

Henkel nutzte Crowdsourcing zum ersten Mal 2011 um innovative Verpackungen für seine Klebeprodukte über eine spezielle Website gestalten zu lassen. Innerhalb der sechswöchigen Dauer nahmen fast 900 Personen aus 20 Ländern teil und generierten 400 Designs.

http://www.henkelchallenge.com/

http://www.henkelchallenge.com/

 

War´s das? Bei Weitem nicht, branchenübergreifend und weltweit arbeitet eine mittlerweile riesige Vielzahl von Unternehmen mit „Open Innovation-Plattformen“, entweder gemeinsam mit darauf spezialisierten Partnern oder mit eigenen Websites. Weitere Erfolgsgeschichten sind bspw. hier zu finden. Einige Beispiele für spezielle Websites von Unternehmen habe ich zudem im Folgenden zusammengestellt:

Schließlich bleibt die Frage, welche Potenziale noch für die deutsche Genossenschaftswelt erschlossen werden können… Was meinen Sie?

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Benjamin Kursatzky -

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