Musiker, Maler, Schriftsteller, … mit solchen Beruf(ung)en verbinden wir das Thema Kreativität, das Schaffen von Neuem.

Es gibt aber kaum einen Beruf heute, der nicht auch kreative Kompetenzen erfordert. Nehmen Sie das Thema Big Data, also das Analysieren und Aufbereiten hoher Datenmenge, um daraus wichtige Erkenntnisse und Angebote für bestehende und neue Zielgruppen zu generieren.

Hier wird es in Zukunft den Beruf des Data Artist, also des Daten-Künstlers geben. Seine Aufgabe wird es sein, die gewaltigen Zahlenmengen kreativ in anschauliche und verständliche Diagramme und Darstellungen zu bringen.

Kreativität wird auch bei allen etablierten Banken erforderlich sein: Die Börsenzeitung schreibt unter dem Titel „In die Zange genommen“ (Ausgabe vom 14.08.2014), dass sich die Kurven für das Zinsergebnis und der Verwaltungsaufwand bedrohlich annähern. Übersetzt heißt es: Die Ertragskraft der Banken sinkt stetig und Kostensparen wird zur Daueraufgabe. Auf der anderen Seite müssen Banken neue Ertragsquellen erschließen, um den Rückgang der Erträge aufzufangen. Dabei sehen die Banken sich vermehrt der Konkurrenz kreativer Start-Ups gegenüber: Nach Schätzungen gibt es weltweit derzeit rund 3.500 dieser FinTech-Unternehmen, die es den Banken künftig schwer machen wollen. Vor allem im Bereich der Anlageberatung sind technische Lösungen am Markt, die es Kunden erlauben, ganz ohne Beratung einer Bank zu einer Anlageentscheidung zu kommen (Quelle: iBusiness).

Es ist also doppelte Kreativität gefragt: Wo können Banken auf der einen Seite überhaupt noch sparen (Personal- und IT-Kosten sind hier die großen Kostenblöcke) und wo lassen sich auf der anderen Seite neue Erträge generieren?

Was nur nicht zusammen passt: Dort, wo Kreativität verlangt und gewünscht wird, entsteht Sie häufig nicht: am Arbeitsplatz. Das ist auch wenig verwunderlich: Nach einer Studie von Bain & Company erhalten Führungskräfte 30.000 Mails pro Jahr – also 85 Mails pro Tag. Dazu kommen noch zahlreiche Anrufe und Meetings. Als Folge verbleibt also kaum Zeit, das Neue, das Ungewöhnliche zu denken. Da geht es mehr darum, den Kopf über der Informationsfülle zu behalten.

Wie Lernen verlangt Kreativität Muße: So ist es nicht verwunderlich, dass Ideen vor allem da entstehen, wo wir abseits der ständigen Verfügbarkeit von Smartphones Neues denken können. Also z.B. unter der Dusche:

Quelle: Zukunftsinstitut, 2013; Megatrend-Dokumentation New Work, S. 28

Quelle: Zukunftsinstitut, 2013; Megatrend-Dokumentation New Work, S. 28

Innovative Unternehmen haben bereits begonnen, am „Arbeitsplatz“ eine Atmosphäre zu schaffen, in der der Austausch untereinander und das kreative Arbeiten gefördert werden. Ein Beispiel ist das Start-Up Unternehmen Soundcloud aus Berlin, einer internetbasierten Plattform für Musiker, Remixer und Sound-Designer:

Kinzo_Soundcloud, Berlin

Kinzo_Soundcloud, Berlin

Quelle: EDMTunes.com

Ähnliche Wege geht auch der Sportartikel-Hersteller Adidas: Auf dem Firmengelände in Herzogenaurach wurde dort ein eigener Lern-Campus geschaffen. Ziel ist es, dass Lernen und Arbeiten immer mehr zusammen wachsen und dort Methoden wie Design-Thinking, Kreativworkshops und Team-Lernen im Vordergrund stehen:

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Quelle: Pinterest

Nun muss es ja nicht immer direkt ein eigener Lern-Campus sein: Anstelle von klassischen Meetings können Sie das Ganze einfach als Spaziergang organisieren. Abstimmungen können auch mal ins nahe gelegene Café oder die Parkbank im Stadtgarten verlegt werden. Und zu guter Letzt: Eine nette Kaffee- und Teeküche ist nach wie vor ein sehr guter Ort für den informellen Austausch.

Wie sieht das bei Ihnen im Unternehmen  aus: Gehen Sie schon andere Wege, um Kreativität zu beleben? Haben Sie eigene Orte dafür geschaffen? Was würden Sie sich von Ihrem Unternehmen wünschen, um noch kreativer sein zu können?

 

About the author

Carsten Rhinow(http://www.adgonline.de) - Mein Name ist Carsten Rhinow und ich bin bei der Akademie Deutscher Genossenschaften als Spezialist für Digitale Medien & Lerninnovationen tätig. Ich beschäftige mich intensiv mit der Frage, wie das Lernen/Lehren, die Personal- und die Organisationsentwicklung in Zukunft stattfinden wird. Neben den neuen technischen Möglichkeiten in diesen Bereichen interessiert mich vor allem die Frage, wie Organisationen so agil gestaltet werden können, dass diese sich mit allen Mitarbeitern flexibel an eine sehr dynamische und komplexe Umwelt anpassen zu können.

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