Was bräuchte James Bond, um Ihren Job zu machen? Welche Gegenstände würde Q in Ihren Agentenkoffer packen? Fragen, die Sie sich noch nicht gestellt haben? – Dann wird es aber Zeit!

 


Den heutigen Beitrag schreibt Anke Meyer-Grashorn für uns. Sie ist Bestseller-Autorin, Geschäftsführerin des Beratungsunternehmens große freiheit GmbH, langjährige Expertin für Innovationsmanagement und Dozentin bei der ADG-Denkfabrik.

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Dieses Superhero-Spiel („Was James Bond bräuchte und was Q in den Koffer packen würde“) können Sie mit jedem beliebigen Superhelden – ob Spiderman, Superman oder Hulk – ausprobieren, sie werden zu inspirierenden Ergebnissen kommen. Dies ist eine der Übungen, die ich seit vielen Jahren mit großem Erfolg einsetze. -Die Teilnehmenden erlauben sich plötzlich, ohne „Geht doch nicht“ und das ganz beliebte „Ja, aber…!“ in ihren Köpfen an ihre Themen heranzugehen und plötzlich entstehen ganz neue Ideen und Lösungswege!

Das ist ein Erfolgsgeheimnis der Innovation:

Menschen aus ihren gewohnten Umgebungen herauszuholen, sie mit neuen Methoden vertraut zu machen und sie auf eine Innovationsexpedition zu schicken. Dadurch lernen sie, groß zu denken, mutig zu sein, andere Strategien auszuprobieren und kommen aus dem heraus, was man Alltagstrott, Betriebsblindheit oder die „eigene Suppe“ nennt.

Raus aus dem Quark führen viele Wege

Als ich neulich einen fünfjährigen Jungen beobachtete, wie er einen zerknüllten Getränke-Tetra Pak vom Gehweg aufhob und sagte: „Mama, das nehm‘ ich mit, da mache ich Kunst draus!“ fiel mir wieder ein, wie Kinder innovieren. Die beiden kamen nämlich gerade aus einer Joseph Beuys-Ausstellung. Das Kind hatte ein Prinzip abgeschaut: Man nehme einen gebrauchten Gegenstand, positioniere ihn entsprechend und dann wird es Kunst. Lernen durch Beobachtung also.

Ein Prinzip, das viele Unternehmen anwenden. Sie schauen zum Beispiel erfolgreiche Geschäftsmodelle anderer Marktteilnehmer ab. Als Gillette anfing, Rasierer günstig anzubieten, um dann teure Klingen zu verkaufen, adaptierten Hersteller von Druckern, Kapsel-Kaffeemaschinen und Spielekonsolen das Modell. Die Software-Branche bietet kostenlose Basisfunktionen und kostenpflichtige Vollversionen an. Dell entwickelte die Idee, dass sich jeder Kunde seinen eigenen PC konfigurieren konnte, heute stellen wir uns bei Mymuesli unsere individuellen Frühstücks-Cerealien zusammen.

Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen bieten eine Fülle von Inspirationen: Was kann ich von der Unternehmenskultur, Innovationskultur, Mitarbeiterführung, Nachhaltigkeitsorientierung, der Produktionsstruktur, den Prozessen der anderen lernen? Was machen innovative Unternehmen besser als andere? Eine Frage, die ich mir andauernd stelle. Wie würde ich mein aktuelles Problem lösen, wenn ich BMW, Nestle, die Teekampagne, der Gemüseladen um die Ecke oder Tengelmann wäre?

Empathie schafft Innovation

Der interdisziplinäre Blick auf andere Marktteilnehmer inspiriert mich, aber auch der Blick durch die Augen der Kunden. Wandeln Sie doch einfach mal ein paar Tage in den Schuhen Ihrer Kunden. Wo gehen die hin? Was brauchen die? Was wünschen sie sich? Wie können Sie Ihnen dabei helfen?

Unsere Kunden brauchen _____________, weil_______________. Wie würden Sie die Lücken in diesem Satz vervollständigen? Eine Frage, die Prof. James M. Patell von der Stanford University von seinen Studenten beantworten lässt. Human-Centered Design heißt das Konzept. In einem Kurs mit dem Titel „Design for Extreme Affordability“ entwickeln interdisziplinäre Dozenten- und Studenten-Teams neue Produkte und Dienstleistungen für die Armen dieser Welt.

„Having fresh eyes and child-like curiosity is important. Seeing the world through different lenses also is important“

schreibt Prof. Patell in einem CNN-Blogartikel. Neugierde und unterschiedliche Blickwinkel – das lässt sich am besten in Teams realisieren. Die Erfahrung zeigt: Gruppen sind bei der Ideenproduktion um ein vielfaches kreativer und produktiver als Einzelpersonen.

Deshalb knüpfen innovative Unternehmen aktiv Netzwerke, überwinden Abteilungsdenke, tauschen sich in heterogenen Teams hierarchie- und bereichsübergreifend aus. Und sie suchen den Kontakt mit interessanten Multiplikatoren, Experten, Organisationen außerhalb des Unternehmens. Diese unterschiedlichen Impulse und Inspirationen von innen und außen bilden den Nährboden für neue Ideen.

Innovation ist Chefsache

Innovationskultur ist eine Führungsaufgabe. Innovation braucht jemanden, das Thema persönlich aktiv treibt. Chefsache bedeutet nicht, dass die Führungsriege selbst den ganzen Tag vor Ideen sprühen muss. Chefsache bedeutet, dass Führungskräfte die Notwendigkeit des Themas und den Nutzen aller Denk- und Tüftelanstrengungen selbst erkennen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern täglich von neuem deutlich machen. Sie müssen die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen schaffen, damit andere quer denken und Neues schaffen können.

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Benjamin Kursatzky -

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