Wenn man Unternehmen danach fragt, was aus strategischer Sicht besonders hohe Bedeutung für das Überleben in Zukunft haben wird, wird sehr oft „Innovationen“ genannt. In einer zunehmenden digitalen und vor allem wissensbasierten Welt kommt dem Erschaffen des Neuen in Unternehmen eine ganz besondere Bedeutung zu.

Innovative Ansätze wie Cross-Innovations (das bewusste Über-Den-Rand-Schauen in Lösungen anderer Branchen) oder Blue Ocean Ansätze sollen Unternehmen dabei helfen, neue und eher radikale Innovationen zu entwickeln.

Doch das Beschreiten neuer Wege birgt immer auch die Möglichkeit des Scheiterns: Der Weg zwischen Gut gemeint und Gut gemacht kann ein sehr langer und steiniger sein. Und nicht selten endet er auch in einer Sackgasse: So erreichen gerade mal ein Bruchteil von Erfindungen das Stadium der Marktreife.

Für die Unternehmen bedeutet es, dass ein solches Scheitern machbar und erlaubt sein muss. Wer neue Wege geht, der darf dabei auch Fehler machen dürfen. Zum einen bedeutet jeder Fehler auch eine Weiterentwicklung („So geht es also nicht, aber ggf. anders“), es ist aber auch wesentlich für eine Kultur eines Hauses, dass Fehler gemacht werden dürfen. Denn erweist sich trotz aller Widerstände und Hindernisse ein neuer Weg als gangbar, winkt dem Unternehmen eine Alleinstellung am Markt.

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Im Kontrast zur wachsenden Dynamik der heutigen Welt, braucht es für Innovationen manchmal einen sehr langen Atem: So hat Thomas Alva Edison gerüchteweise 10.000 kleine Kohlefäden ausprobiert, bis er endlich den fand, der die Glühbirne dauerhaft zum Leuchten brachte.

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Eines der Unternehmen weltweit, das sicherlich Vorreiter in Sachen Innovation ist, ist Google. Angefangen mit dem Kernprodukt „Suchmaschine“ umfasst das Portfolio heute das Video-Portal YouTube,  einen eigenen Web-Browser, ein eigenes Betriebssystem und forscht in ganz neue Richtungen wie fahrerlose Autos, Vernetzte Gasballons für eine Gesamtversorgung der Welt mit Internet oder Kontaktlinsen für Diabetiker, die den Blutzuckerspiegel permanent messen und die Daten an Gesundheitszentren weiter geben.

Als eine der Gründe für den Erfolg von Google nennt Mitgründer Larry Page seinen „10 X Thinking“-Anspruch: Es geht darum, alles zehnmal besser zu machen als nur 10 Prozent besser zu machen.

Dabei nimmt Google Fehlschläge bewusst in Kauf: Dem Scheitern soll das Stigma genommen werden.

„Wir geben Mitarbeitern unlösbare Probleme und dann schwitzen diese superklugen Leute darüber, werden wahnsinnig und wütend – und scheitern. Aber danach wissen sie: Ich habe versagt, und es war nicht  das Ende der Welt “ beschreibt Google-Personalchef Lazlo Bock den Ansatz (Der SPIEGEL, 10/2014; S. 63).

Es ist ein Kunst in und von Unternehmen, eine solche Kultur wirklich zu leben: Denn nach wie vor steht bei Fehlern das Scheitern im Vordergrund und nicht die Erkenntnis, dass Fehlschläge einfach dazu gehören.

Wohlgemerkt geht es hier um Innovationen: Das Vermeiden und Vermindern von Fehlern gehört bei Standard-Prozessen natürlich zu den üblichen Management-Aufgaben eines Unternehmen. Gerade in der Automobilindustrie haben sich hier Ansätze wie das Total Quality Management oder  Kaizen sehr bewährt.

Zu einer Innovationsstrategie passt aber eine Vermeidungsstrategie eben nicht: Denn ohne das Eingehen eines unternehmerischen Risikos wird es keine Innovationen geben und das Unternehmen über kurz oder lang vom Markt verschwinden. Es ist jener Ansatz, den der Wissenschaftler Peter Schumpeter als schöpferische Zerstörung bezeichnet. Ein schöpferischer Unternehmer treibt Innovationen voran, um daraus am Markt zumindest kurzfristig eine Monopolstellung zu erhalten und die daraus resultierenden Gewinne zu erzielen.

Wie ist der Umgang in ihren Unternehmen mit dem Thema Innovation und Scheitern? Gibt es eine positive Kultur im Umgang mit Fehlern?

About the author

Carsten Rhinow(http://www.adgonline.de) - Mein Name ist Carsten Rhinow und ich bin bei der Akademie Deutscher Genossenschaften als Spezialist für Digitale Medien & Lerninnovationen tätig. Ich beschäftige mich intensiv mit der Frage, wie das Lernen/Lehren, die Personal- und die Organisationsentwicklung in Zukunft stattfinden wird. Neben den neuen technischen Möglichkeiten in diesen Bereichen interessiert mich vor allem die Frage, wie Organisationen so agil gestaltet werden können, dass diese sich mit allen Mitarbeitern flexibel an eine sehr dynamische und komplexe Umwelt anpassen zu können.

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